Intelligente Netze und Smart Grids

Der Umbau und die Modernisierung unserer Elektrizitätsversorgungs­systeme ist eine der wichtigsten und spannendsten Innovationsaufgaben am Beginn des 21. Jahrhunderts. Neue Technologien ermöglichen die zunehmend dezentrale Produktion elektrischer Energie, vornehmlich aus erneuerbaren Quellen. Gleichzeitig ermöglicht die immer stärkere informationstechnische Vernetzung eine bessere Steuerung unserer Energiesysteme.

Um ein dynamischeres und flexibleres Zusammenspiel der Akteure in den intelligenten Netzen zu ermöglichen ist es erforderlich mit der Technik auch den institutionellen und organisatorischen Rahmen weiter zu entwickeln.

In ihren Bestrebungen um eine gemeinsame langfristige Absicherung der europäischen Energieversorgung betont die europäische Kommission immer wieder nachdrücklich die bedeutende Rolle der Forschung und Technologieentwicklung und den zentralen Stellenwert leistungsfähiger Energienetze.

Durch die aktive Mitgestaltung dieser Entwicklung können wir den Wirtschaftsstandort Österreich zweifach stärken:

Einerseits durch den Aufbau einer hoch leistungsfähigen und effizienten Infrastruktur, die dazu beiträgt die Energieversorgung langfristig Ressourcen optimiert und umweltverträglich sicherzustellen. Darüber hinaus soll sie eine Fülle von spezifischen Dienstleistungen für den Bürger ermöglichen von der individuellen Steuerung der eigenen Energiever­sorgung bis hin zur Nutzung von Elektromobilität.

Andererseits können wir Chancen für österreichische Betriebe eröffnen. Der Markt für Energietechnologien, Planungs- und Forschungsdienst­leistungen, aber auch für energiebezogene Services ist zunehmend vom globalen Wettbewerb geprägt, in dem es sich zu behaupten gilt.

Richtungsweisende Pilotprojekte und Modellregionen sowie das darauf aufbauende Engagement im europäischen "Strategic Energy Technology Plan (SET- Plan)" haben es ermöglicht, die in Österreich vorhandene Wissensbasis und die langjährige Erfahrung im Umgang mit erneuerbaren Energien weiter auszubauen und international als kompetenter Kooperationspartner sichtbar zu werden. Österreichische Akteure aus Industrie, Forschung, Verwaltung und Behörden sind in europäischen und internationalen Projekten und Initiativen begehrte Partner und dort immer wieder in führenden Positionen tätig.

Mit dem Programm "Energiesysteme der Zukunft" wurde dafür ein wesentlicher Grundstein gelegt. Aufbauend auf der vorhandenen Kompetenz und Technologieführerschaft Österreichs im Bereich Energie aus Biomasse wurde eine breite Kompetenzbasis für Energietechnologien in Österreich gelegt.

Es ist gelungen, ein österreichisches Stärkefeld im Bereich der Systemintegration von erneuerbaren Energietechnologien zu entwickeln. Im Bereich der Integration erneuerbarer Energien in der Elektrizitäts­versorgung hat sich Österreich inzwischen zum europäischen Frontrunner entwickelt und in internationalen Initiativen wie der "European Electricity Grids Initiative" im Rahmen des europäischen Strategic Energy Technology Plan (SET-Plan) oder dem International Smart Grids Action Network (ISGAN) profiliert.

Die Forschungs- und Umsetzungsnetzwerke in Österreich wurden wesentlich gestärkt. Es hat sich ein dichtes Netzwerk und Demonstra­tions- und Pilotregionen entwickelt. Die Technologieplattform Smart Grids Austria konnte dauerhaft etabliert werden. Veranstaltungen wie die österreichische Smart Grids Week zählen heute zu den zentralen internationalen Treffpunkten im Fachbereich.

Österreichische Betriebe können sich in spezifischen Bereichen auf den internationalen Technologiemärkten positionieren.

Ziele

Folgende Ziele werden mit der Entwicklung intelligenter Netze verfolgt:

  • Herstellung der Zugänglichkeit und bestmöglichen Integration neuer Akteure und Technologien (Erzeugung, Speicherung, Systembetrieb, Verbrauch, neue Energie- & Informationsdienstleistungen, Elektromobilität, etc.)
  • Erhöhung der Flexibilität zur Erfüllung der zukünftigen Anforderungen des Systembetriebs sowie der verschiedenen Nutzergruppen (Erzeugung, Handel, Endverbraucher, etc.) mit besonderem Augenmerk auf die verstärkte Orientierung der Energienachfrage am Dargebot und die optimale System- Integration (fluktuierender) erneuerbarer Energien.
  • Optimierung der Energieversorgungssysteme im Sinne der Gesamt­systemgestaltung (geringer Verbrauch an nicht erneuerbaren Ressourcen, hohe Energieeffizienz, Optimierung der Nutzung vorhandener und neuer Energie- und IKT-Infrastruktur in Planung, Errichtung und Betrieb - auch energieträgerübergreifende Lösungen)
  • Sicherheit als integraler Designparameter (Safety, Security & Privacy)
  • Ermöglichung neuer smarter Dienstleistungen durch sichere IKT Kommunikation und durch die Verfügbarkeit zusätzlicher Daten (integrierte Energie- und Informationsdienstleistungen wie Smart Metering, Smart Charging, Smart Home, Beleuchtungsmanagement, Energieberatungsdienstleistungen, Demand Side Management, Demand Response, Virtuelle Kraftwerke,)
  • Ermöglichung von Energie Regionen (Smart Cities und smarte Regionen) mit Eigenverantwortung für ihre nachhaltige Energiever­sorgung und zugleich einer Arbeitsteilung für den überregionalen Energieaustausch.

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